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Blog · 6. August 2026

ZAP 2027: Was sich bei den Anforderungen ändert — und was nicht

Für die ZAP 2027 gelten erstmals angepasste Prüfungsanforderungen. Wir haben die neue Fassung mit der alten Zeile für Zeile verglichen: Es betrifft nur Deutsch, und es sind fünf konkrete Punkte.

Der Grund für die Anpassung ist unspektakulär: Ab dem Schuljahr 2026/27 wird in der 6. Klasse das neue obligatorische Lehrmittel «Deutsch Sechs» eingesetzt, und die Prüfung zieht nach.

Der Kanton nennt die Änderung «geringfügig». Das stimmt — aber «geringfügig» heisst nicht «egal», wenn dein Kind sich seit Monaten auf Textsorten vorbereitet, die es nicht mehr gibt. Und mehr als dieses eine Wort steht auf der offiziellen Seite nicht.

Wir haben darum die neue Fassung der Prüfungsanforderungen (gültig ab 1. August 2026) mit der bisherigen (gültig ab 1. August 2019) Zeile für Zeile verglichen. Hier steht, was dabei herauskam.

Zuerst die Entwarnung: Mathematik bleibt unverändert

Wir haben beide Dokumente vollständig gegenübergestellt. Im Fach Mathematik gibt es keine einzige inhaltliche Änderung — Zahl und Variable, Form und Raum, Grössen und Daten stehen Wort für Wort gleich da. Auch das Textverständnis ist unverändert.

Wer also gerade Bruchrechnen, Flächen oder Dreisatz übt: einfach weitermachen.

Was sich beim Aufsatz ändert

1. Die Textsorten sind von vier auf zwei geschrumpft

Bisher konnte ein Aufsatzthema einer von vier Textsorten zugeordnet sein: Erzählung, Bericht, Beschreibung oder Brief. Neu bleiben nur noch Erzählung und Bericht. Beschreibung und Brief sind gestrichen.

Für die Vorbereitung ist das die relevanteste Änderung: Wer noch das Briefformat mit Anrede und Grussformel übt, übt an der Prüfung vorbei.

2. «Erlebtes» ist aus dem Auftrag verschwunden

Bisher hiess es, die Kandidatinnen und Kandidaten können «Erlebtes, Beobachtetes oder Erfundenes» niederschreiben. Neu steht dort nur noch «Beobachtetes oder Erfundenes». Der klassische Erlebnisaufsatz als eigene Gattung ist damit aus dem Anforderungstext gefallen — «von Erlebnissen berichten» steht allerdings weiterhin bei den Grundfertigkeiten.

3. Neu: Meinungen äussern und begründen

Bei den Grundfertigkeiten ist eine Zeile dazugekommen, die es vorher nicht gab: «Meinungen äussern und begründen». Das ist der einzige echte Zuwachs an Anforderung — und inhaltlich der interessanteste. Ein Kind, das bisher nur Geschichten erzählt hat, sollte auch einmal eine eigene Position aufschreiben und begründen können.

Was sich bei der Sprachbetrachtung ändert

4. Die vier Proben werden zur Sandwichprobe

Bisher standen vier Verfahren im Anforderungstext: Ersatzprobe, Verschiebeprobe, Erweiterungsprobe und Weglassprobe. In der neuen Fassung sind alle vier durch einen einzigen Begriff ersetzt: die Sandwichprobe. Das ist die Terminologie des neuen Lehrmittels.

Inhaltlich geht es weiterhin darum, Sprachstrukturen durch Umformen zu analysieren. Aber der Begriff auf dem Prüfungsblatt kann ein anderer sein als der, den ein älteres Übungsheft verwendet.

5. Die Morphem-Begriffe wurden gekürzt

Bisher wurde erklärt: «Vor- und Nachmorphem (auch in Gebrauch: Vorsilbe, Endung sowie Anfangs-, Grund- und Endbaustein)». Neu steht dort nur noch «Vor- und Nachmorphem». Die alternativen Bezeichnungen aus älteren Lehrmitteln sind weggefallen.

Was das für die Vorbereitung heisst

Ehrlich gesagt: weniger, als die Aufregung vermuten lässt. Vier von fünf Änderungen reduzieren den Umfang oder vereinheitlichen Begriffe. Nur ein Punkt kommt dazu.

Konkret würden wir dreierlei tun:

  • Briefe und Beschreibungen aus dem Aufsatztraining nehmen und die Zeit in Erzählung und Bericht stecken
  • Einmal pro Monat einen Text schreiben lassen, in dem dein Kind eine Meinung begründet — das ist neu und wird in älteren Materialien nicht geübt
  • Beim Grammatiktraining den Begriff Sandwichprobe verwenden, damit er auf dem Prüfungsblatt nicht fremd wirkt

Alles andere bleibt, wie es war. Insbesondere gilt weiterhin: Regelmässigkeit schlägt Umfang.

Ein Wort zu älteren Altprüfungen

Die Prüfungen der Jahrgänge bis 2026 sind nach den alten Anforderungen entstanden. Sie bleiben das beste Übungsmaterial überhaupt — nur eben mit zwei Fussnoten: Ein Aufsatzthema im Briefformat übt eine Textsorte, die es 2027 nicht mehr gibt, und Grammatikaufgaben verwenden teilweise die alten Probenbegriffe.

Alle Jahrgänge mit Themen-Einordnung findest du hier: Alte ZAP-Prüfungen gratis üben. Wer den ganzen Stoff strukturiert angehen will, findet in unserer Gymivorbereitung online für die ZAP 2027 408 offizielle Aufgaben aus elf Jahrgängen — die Termine rund um die Prüfung stehen im Beitrag Gymiprüfung 2027: alle Termine.

Quellen

  • Hinweis auf die Anpassung und das Lehrmittel «Deutsch Sechs»: zh.ch — Prüfung Langgymnasien
  • Die verglichenen Dokumente: «Prüfungsanforderungen ZAP1», Fassung gültig ab 1. August 2026 (gilt ab der ZAP 2027 und ersetzt die Fassung vom 1. August 2019). Beide sind auf der oben verlinkten Kantonsseite als PDF abrufbar.

Verglichen und zuletzt geprüft am 8. August 2026. Massgeblich ist immer das Originaldokument des Kantons, nicht diese Zusammenfassung.

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